Intensives Trainingslager in Paris

171 Tage sind es noch bis zu den Olympischen Spielen in Paris, 181 Tage bis zum Start der Kletter-Bewerbe. Mit Jessica Pilz und Jakob Schubert haben zwei Kletter-Asse ihre Startplätze bereits sicher, einige weitere haben noch Chancen auf Paris-Tickets. In der vergangenen Woche kam es zu einem Lokalaugenschein in der „Stadt der Liebe“, ein Teil des KVÖ-Nationalteams absolvierte ein Trainingslager in Paris.

(c)KVÖ/Leu

Acht Tage Paris, sechs Tage an der Kletterwand. Jeweils für mehrere Stunden. Neben Pilz und Schubert waren Nicolai Užnik, Jan-Luca Posch und Stefan Scherz in Frankreich dabei, Franziska Sterrer musste krankheitsbedingt kurzfristig absagen. „Es war sehr intensiv, solche langen Tage an der Boulderwand machen vor allem der Haut an den Fingern zu schaffen. Das Trainingslager war ein voller Erfolg, wir sind sehr zufrieden“, bilanziert KVÖ-Nationalcoach Kilian Fischhuber.

 

Spezielle Boulder in Paris

 

Die vielfältigen Möglichkeiten in der französischen Hauptstadt sorgten auch beim ehemaligen Weltklasse-Kletterer für Begeisterung: „Tokio ist und bleibt das Mekka des Boulderns, aber Paris ist nicht viel hinten nach. Es gibt inzwischen ein riesiges Netzwerk an Hallen, eine nach der anderen wird eröffnet. Cool ist, dass nicht nur auf den Breitensport, sondern auch auf den Spitzensport geschaut wird. Es finden dauernd irgendwo kleinere oder größere Wettkämpfe statt.“

 

In enger Zusammenarbeit mit dem französischen Verband gelang es Österreichs Abordnung, optimale Voraussetzungen für das Trainingslager zu schaffen. „Wir konnten viel auf flachen Wänden und Platten trainieren, in Vergangenheit hatten wir auf solchen Bouldern in Wettkämpfen häufiger zu kämpfen. Viele Kletterhallenbetreiber kommen aus dem Leistungssport, sie haben ein gutes Verständnis für die Bedürfnisse. Sie haben spezielle Boulder für uns gebaut, das braucht es für die Spitzenleute“, so Fischhuber. Nachsatz: „Dass wir mit Jessy und Jakob zwei Olympia-Starter:innen dabei hatten, war auch kein Nachteil und hat uns die eine oder andere Tür geöffnet.“

 

Schubert: „Macht etwas mit einem“

 

Apropos Jakob Schubert: Der sechsfache Weltmeister spielte eine entscheidende Rolle in der Entscheidungsfindung. Fischhuber: „Wir wollten eigentlich nach Tokio, weil es dort die besten Trainingsmöglichkeiten gibt. Jakob hat sich aber dafür eingesetzt, in einem intensiven Jahr mit vielen langen Flügen in Europa zu bleiben. So ist die Wahl auf Paris gefallen.“

 

Der Olympia-Bronzemedaillengewinner von Tokio, der seit seinen zwei WM-Titel im vergangenen August auf den Felsen dieser Welt für bahnbrechende Leistungen sorgte, spricht von einer richtigen Entscheidung. „Trainingslager sind immer sehr wichtig, die Vorfreude auf Paris wurde noch einmal größer. Wenn man in so einer coolen Stadt ist und das Flair aufsaugen kann, macht das schon etwas mit einem“, so Schubert, der in Paris wie gewohnt enorm viel Zeit, Aufwand und Gedanken ins Training investierte. „Ich bin froh, dass noch ein bisschen Zeit ist. Wir befinden uns in einer Aufbauphase mit intensiven Einheiten, genau das taugt mir.“

 

In der Olympia-Stadt wurde das KVÖ-Team auch aus der Komfortzone geholt. „In Paris gibt es viele Boulder mit Stilen, die uns nicht so gut liegen – sehr technisch, viele Platten und Sprünge“, erklärt Schubert. „Es hat Spaß gemacht, weil wir eine coole Truppe waren uns es uns mit Sicherheit einen Schritt in die richtige Richtung gebracht hat.“

 

Kein Abstecher zum Olympia-Schauplatz

 

Die Weltcup-Saison startet im April (8. bis 10.) in China. Sterrer, Užnik, Posch und Scherz nehmen in weiterer Folge die „Olympic Qualifier Series“ in Shanghai (16. bis 19. Mai) und Budapest (20. bis 23. Juni) in Angriff. Vom 5. bis 10. August steigen die Kletter-Bewerbe bei den Olympischen Spielen in Le Bourget, nordöstlich von Paris.

 

Während ein Abstecher zu den bekannten Sehenswürdigkeiten rund um Eiffelturm und Notre-Dame drin war, wurde auf einen Ausflug zum Schauplatz der olympischen Kletter-Bewerbe verzichtet. „Wir waren eher im Süden und Zentrum von Paris, in den Nordosten wäre es doch eine längere Anfahrt gewesen. Wir wollten uns bestmöglich auf das Training fokussieren“, erklärt Fischhuber. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben: „Ende Februar bis Anfang März sind wir noch einmal in Paris, vielleicht passt es dann in den Plan. Wichtig ist, dass die Athlet:innen wissen, in welchen Hallen sie während der Spiele vielleicht trainieren können und was sie dort erwartet.“

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