PILZ UND SCHUBERT SETZEN TITEL-SERIE FORT

Bei den Österreichischen Kletter-Staatsmeisterschaften im Kletterzentrum Innsbruck gab es am Freitag zwei souveräne Favoritensiege. Jessica Pilz (ÖAV Haag/NÖ) sicherte sich in der Damenwertung Platz eins, Jakob Schubert (ÖAV Innsbruck/TIR) war bei den Männern siegreich.

Nach der gestrigen Silbermedaille im Bouldern konnte Jessica Pilz, die sowohl in der Qualifikation als auch im Finale als einzige Athletin alle drei Routen toppte, erneut jubeln. Die Niederösterreicherin zeigte keine Nerven und ließ keine Zweifel hinsichtlich einer erfolgreichen Titelverteidigung aufkommen.

 

„Gerade in solchen speziellen Jahren wie in diesem freut man sich umso mehr. Ein Staatsmeistertitel ist nie geschenkt, sondern immer hart erarbeitet. Ich bin megafroh, dass es geklappt hat“, freute sich Pilz, für die es der 6. Lead-Staatsmeistertitel in Folge war. „Echt? Ich wusste gar nicht, dass es sechs sind“, lachte die Weltmeisterin von 2018. „Ich war in den letzten Jahren sicher schon fitter, da war es ‚leichter‘. Heuer sind die anderen Mädels richtig stark, Christine hat das in Imst bewiesen. Aber ich finde es richtig cool, dass wir so ein starkes Team sind.“

 

Pilz musste als Quali-Erste im Finale als letzte Athletin auf die Wand. Um Eva-Maria Hammelmüller (ÖAV Haag/NÖ), die im Finale das Top erreichen konnte, noch den Titel wegzuschnappen, musste sie ebenfalls ganz nach oben klettern. „Das wusste ich natürlich. Oben war ich körperlich nicht mehr so frei, aber zum Glück kann ich mit Drucksituationen ganz gut umgehen.“

 

Hinter Pilz und Hammelmüller komplettierte Christine Schranz (ÖAV Landeck/TIR) in einem spannenden Finale als Dritte das Podest.

 

„Es hat mir so viel bedeutet, dass ich die Final-Route Top klettern konnte. Im unteren Teil war ich etwas zögerlich, es hat gedauert, bis ich ins Finale reingekommen bin. Deshalb war es am Ende einfach cool, dass ich es so durchziehen konnte“, ging der Preis für den euphorischsten Jubel an die zweitplatzierte Niederösterreicherin. Dass sie bei kühlen Bedingungen cool blieb, war kein Zufall. „Ich bin eher der Winter-Typ, mag es wenn es kalt ist, weil da der Grip besser ist und man weniger schwitzt“, so Hammelmüller, die für die Wintermonate auch schon das eine oder andere Felsprojekt geplant hat. 

 

Pilz gewann mit dem heutigen Erfolg bei den Staatsmeisterschaften zwei von drei Lead-Bewerben im Rahmen der Austrian Summer Series und krönte sich somit auch zur souveränen Gesamtsiegerin dieser Wertung (280 Punkte).

 

Bei den Herren war einmal mehr Jakob Schubert (ÖAV Innsbruck/TIR) im Finale nicht zu stoppen und dominierte die Konkurrenz. Der Tiroler, der aufgrund einer Verletzung nur am Lead-Bewerb teilnehmen konnte, sicherte sich nicht nur den Austrian Climbing Summer Series-Lead-Hattrick und den damit verbunden Erfolg in der Gesamtwertung (300 Punkte) sondern holte erneut den Staatsmeistertitel im Lead, den neunten in den letzten zehn Jahren.

 

„Der Vorstieg ist meine Paradedisziplin, da fühle ich mich am wohlsten. Aber trotz Favoritenrolle darf man sich nie sicher sein, auch die Konkurrenz wird immer stärker. Und ich bin auch froh, dass es diesen Druck gibt, weil das eine gute Vorbereitung auf die internationalen Bewerbe ist. Deshalb versuche ich auch bei den nationalen Bewerben so perfekt wie möglich zu klettern“, resümierte der Vorstieg-Weltmeister von 2012 und 2018, für den auch und vor allem die äußeren Bedingungen eine Herausforderung waren. „Ich mag es nicht so gerne, mit kalten Händen zu klettern. Man verliert das Gefühl, tut sich schwerer die Situationen richtig einzuschätzen. Ich bin froh, dass ich das heute so gut meistern konnte.“

 

Mit etwas Wehmut blickte Schubert, der auch den Gesamtsieg in der Vorstieg-Wertung der Austria Climbing Summer Series holte, auf den olympischen Kombinationsbewerb am Samstag. „Natürlich bin ich traurig, dass ich morgen nicht mitklettern kann. Ich habe bei den wenigen Wettkämpfen im Sommer gezeigt, dass ich in allen drei Disziplinen gut vorbereitet bin – das war das Ziel. Nichtsdestotrotz war es in Hinblick auf die Olympischen Spiele 2021 die richtige Entscheidung, in den letzten zwei Wochen etwas zurückzufahren und auf meinen Körper zu hören. Die Fortschritte sind bereits spürbar!“

 

Hinter Schubert platzierten sich Stefan Scherz (NFÖ Neukirchen/NÖ) und Louis Gandolf (OeAV Imst-Oberland/TIR) auf den Plätzen zwei und drei.

 

„Man hat bei den Damen gesehen, was es ausmacht – auch für die Top-Favoritin – wenn jemand ein Top vorlegt. Eva hat Jessy unter Druck gesetzt und dann hat man gesehen, wie vermeintlich leichte Züge schwer werden, aber sie hat es durchgezogen. Das ist nicht selbstverständlich. Und bei den Herren ist Jakob seiner Favoritenrolle wie erwartet gerecht geworden. Aber zwei Züge, bevor er geflogen ist, an dem Punkt, den auch Stefan erreicht hat, hat man gesehen, dass die Route nicht so leicht ist. Und gewaltig, dass Stefan so eine Leistung zeigt und den Vize-Staatsmeistertitel holt, nachdem er nur knapp ins Finale gerutscht ist“, analysierte KVÖ-Nationaltrainer Kilian Fischhuber.

 

ERGEBNISSE LEAD-STAATSMEISTERSCHAFT:

 

Damen, Top-8:

1. Jessica Pilz

2. Eva-Maria Hammelmüller

3. Christine Schranz

4. Katharina Sauerwein

5. Julia Fiser

6. Sarah Feichtenschlager

7. Emma Tabernig

8. Mattea Pötzi

 

Herren, Top-8:

1. Jakob Schubert

2. Stefan Scherz

3. Louis Gundolf

4. Georg Parma

5. Thomas Podolan

6. Alfons Dornauer

7. Nicolai Uznik

8. Andreas Hofherr

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