PILZ UND SCHUBERT HOLEN WM-GOLD

Jakob Schubert hat seiner imposanten Medaillensammlung eine weitere hinzugefügt: Der 30-jährige Tiroler gewann bei der Kletter-WM in Moskau (RUS) die Goldmedaille im Lead-Bewerb.

In einem Herzschlagfinale gewann er seinen vierten Weltmeistertitel und seine insgesamt neunte WM-Medaille. Jessica Pilz verpasste im Lead-Bewerb als Vierte eine Medaille nur hauchdünn, durfte aber über Gold in der Kombinationswertung jubeln.

 

Im Lead-Finale bei der Weltmeisterschaft in Moskau trotzte Schubert allen Umständen. Auf der im oberen Teil flachen Wand, die ihm eigentlich nicht entgegenkommt, zementierte er seinen Legendenstatus in der Kletterszene mit einer weiteren eindrucksvollen Leistung weiter ein. Der Olympia-Bronzemedaillengewinner erreichte das Top und sicherte sich so den Sieg und die Goldmedaille.

 

„Vierfacher Weltmeister, das klingt richtig genial. Es war ein richtig spannendes Finale, ich wusste, dass ich das Top brauchen werde. Ich bin gar nicht so gut reingekommen und musste fighten. Zu wissen, dass ich den letzten Griff erreichen muss, um Weltmeister zu werden, hat mich angetrieben. Ich bin überglücklich, dass ich es geschafft habe. Wenn man so hart dafür arbeiten muss, ist es noch fantastischer“, jubelte Schubert nach dem knappen Finale.

 

Das Maß aller Dinge im Lead

 

Der Slowene Luka Potocar hatte vor dem Innsbrucker ebenfalls das Top erreicht, bei Gleichstand wird jedoch die Halbfinal-Wertung herangezogen, in der Schubert vorne lag. Dennoch blieb es bis zum Schluss spannend, denn Halbfinalsieger Hamish McArthur (GBR) hätte mit einem Top den Sieg holen können. Der Brite rutschte jedoch kurz vor Abschluss der Zeit beim Griff auf das Top ab und holte hinter Schubert und Potocar Rang drei.

 

Für Schubert ging es in Moskau auch um eines: Zu beweisen, dass er der aktuell beste Lead-Kletterer der Welt ist. „Ich denke schon, dass ich das in dieser Saison gezeigt habe. Im Lead habe ich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt, bei den Olympischen Spielen war ich im Lead auch Erster. Ich fühle mich richtig gut und bringe es immer an die Wand, also kann ich schon sagen, dass ich wahrscheinlich aktuell der beste Lead-Kletterer der Welt bin.“

 

Mit Olympia-Bronze und WM-Gold kann Schubert ein äußerst zufriedenes Saisonfazit ziehen: „Die Olympia-Medaille war das Megaziel, die WM konnte ich dadurch etwas lockerer in Angriff nehmen. Wie man sieht, funktioniert das auch ganz gut. Ich habe vor der WM gesagt, dass hier alles nur eine Draufgabe ist. Ich habe es wieder einmal geschafft, im richtigen Moment voll da zu sein. Gold ist natürlich unglaublich! Ein WM-Titel war vor Olympia immer die wichtigste Medaille und hat nach wie vor einen sehr, sehr hohen Stellenwert.“

 

Pilz fehlt ein Griff zur Medaille

 

Beinahe hätte auch Jessica Pilz noch eine weitere WM-Medaille geholt: Der Lead-Weltmeisterin von 2018 fehlte nur ein einziger Griff auf Edelmetall, sie holte Platz vier. „Mit der Leistung kann ich ganz zufrieden sein, aber wieder so knapp an einer Medaille vorbei ist schon bitter.“ Der Sieg ging an Chaehyun Seo (KOR), Silber an Natalia Grossmann (USA) und Bronze an Laura Rogora (ITA).

 

Nachdem ihre Lead-Saison von einem Ringbandriss durcheinandergewürfelt worden war, konnte die in Innsbruck lebende Niederösterreicherin dennoch positiv bilanzieren: „Der Fokus war auf den Olympischen Spielen – und plötzlich wusste ich nicht, ob ich überhaupt teilnehmen kann. Dafür ist es in Tokio und auch jetzt gut gelaufen, aber ich wäre lieber noch weiter vorne.“

 

In der Kombinationswertung war Pilz der Sieg schon vor dem Lead-Finale sicher. Es ist ihre zweite WM-Goldmedaille nach jener im Lead-Bewerb 2019 in Innsbruck und ihre insgesamt dritte WM-Medaille: „Nach Speed und Bouldern hätte ich nicht mehr damit gerechnet, weil es nicht gut gelaufen ist. Die Medaille war nicht mein großes Ziel, sie in Hände zu halten ist trotzdem cool.“
Das KVÖ-Team reist am Mittwoch geschlossen zurück nach Österreich.

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